Die digitale Rekonstruktion des Turms von Babel

Im Zentrum des Tempelbezirkes von Babel gelang Koldewey und seinen Männern die sensationellste Entdeckung; hier stieß er auf das Fundament der Zikkurat Elemenaki – “Grundstein des Himmels und der Erde” – des legendären Turmes von Babel. Koldewey wusste, dass es sich dabei nicht um das ursprüngliche Bauwerk handeln konnte, von dem die Bibel berichtet, sondern um einen Nachbau, den Nebukadnezar II. auf angebliche Weisung Marduks errichten ließ. Ein massiver Lehmziegelbau, von jeweils 90 m Länge, Breite und Höhe, gegliedert in sieben stufenförmige Terrassen mit unterschiedlichen Abmessungen, auf deren höchster Plattform sich der 15 m hohe, reich mit Gold geschmückte Tempel des Gottes Marduk erhob. Ein steinerner Koloss, aufgerichtet aus 85 Millionen Ziegelsteinen.
Die Überlieferung besagt, dass man ein Jahr benötigt hätte, um die Steine und den Mörtel für den Tempelbau auf die oberste Plattform zu befördern. Ursprünglich sei geplant gewesen, den Turm “bis in den Himmel” aufragen zu lassen. Wegen solcher menschlichen Vermessenheit habe Gott der Mythologie zufolge Verwirrung unter den Bauleuten gestiftet und sie verschiedene Sprachen reden lassen, so dass das Bauwerk unvollendet bleiben musste. Das sprichwörtlich gewordene “babylonische Sprachengewirr” erklärt sich wohl damit, dass Nebukadnezar II. für die unter seiner Regentschaft entstandenen Prachtbauten aus allen Teilen des Reiches Tausende Sklaven als Lastträger und Bauleute in die Metropole bringen ließ, die ihrer Herkunft nach verschiedene Idiome sprachen.
Neben dem Haupttempel des Marduk soll es in Babylon alten Inschriften zufolge die unvorstellbare Zahl von Hunderten weiterer Tempel der Großen Götter sowie Kapellen und Altäre für andere Gottheiten gegeben haben. Herodot schrieb: “Die innere Stadt, die voll von dreistöckigen und vierstöckigen Gebäuden ist, wird von lauter geraden Straßen durchschnitten, in der anderen Richtung sowohl als in der Quere, wo sie an den Fluss hinüber reichen.” Ohne Zweifel ist Babylon eine der ältesten und größten planmäßig angelegten Städte der Welt, eine Stadt, die – abgesehen von ihren Palästen und Kulturbauten – hinsichtlich ihres Straßen-, Brücken- und Häuserbaues, ihrer Wasserversorgung und Kanalisation Beispiel für die Anlage späterer Planstädte geben konnte.
Da die Rekonstruktion antiker Architektur oft sehr aufwendig und teuer ist, müssen sich Museen oft mit einer bildlichen Darstellung begnügen.
Eine mögliche Alternative ist die 3d Architekturvisualisierung. Hierbei können komplizierte historische Gebäude in drei Dimensionen nachgebildet werden. Eine spätere 3D Visualisierung als statisches Bild, 3D Animation oder interaktive Visualisierung ist möglich.
Mit der 3D Architekturvisualisierung können antike Bauten auf beeindruckende Art und Weise dargestellt werden.

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